„Wasser hat Gipfelbuch komplett ruiniert”: Wanderer haben Hüttentür nicht geschlossen
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Wanderer haben die Tür einer Schutzhütte in den italienischen Alpen offen gelassen, wodurch Wasser eindringen konnte. Der Betreiber ist darüber extrem verärgert und traurig.
Während eines Unwetters ist durch eine von Wanderern offen gelassene Tür Wasser in den Biwakraum des Rifugio Luigi Mambretti in der italienischen Provinz Sondrio eingedrungen. Für den Betreiber der Schutzhütte ist das eine Katastrophe, wie er auf Facebook schrieb: „Es tut weh, diesen Post schreiben zu müssen. In den vergangenen Tagen hat jemand die Biwakstür offen gelassen. Bei schlechtem Wetter kam Wasser herein und hat das Gipfelbuch komplett ruiniert.“
Bei einem Gipfelbuch handelt es sich um eine Sammlung von Unterschriften, Geschichten, Gedanken und Erinnerungen von Menschen, die im Laufe der Zeit vorbeikamen. „Ein kleiner Teil der Geschichte dieses Ortes, der nicht wiederhergestellt werden kann“, so der Schutzhüttenbetreiber weiter.
Die Schutzhütte sei immer offen und für alle zugänglich. Sie diene nicht als zusätzlicher Komfort, sondern könne bei schlechtem Wetter, in Notfällen oder anderen schwierigen Situationen ein lebenswichtiger Schutzraum sein. „Die Bivaks bleiben offen, weil es einen ungeschriebenen Pakt gibt zwischen denen, die sie verwalten und denen, die sie benutzen: Respekt, Aufmerksamkeit und Fürsorge."
Diesmal habe man ein Gipfelbuch verloren. Anderswo seien durch eine offen gelassene Tür Decken und Geräte beschädigt worden. „Folgen wie diese sollten alle zum Nachdenken bringen. Weil das Problem keine offene Tür ist. Das Problem ist, zu vergessen, dass diese Orte dank der Pflege derer existieren, die vor uns vorbeigehen und dem Respekt vor denen, die danach vorbeigehen werden.” Am Ende warnt der Betreiber vor den Folgen. „Früher oder später werden wir nichts mehr offen lassen können.”
Ähnliche Schäden gab es tatsächlich auch in der letzten Saison immer wieder: Renato Costa ist seit 45 Jahren Hüttenwirt des „Rifugio Franco Cavazza al Pisciadù”, einer Alpenvereinshütte der Sektion Bologna des Club Alpino Italiano. Ihm platzte letztes Jahr auf Facebook der Kragen und er beschwerte sich öffentlich über einen Wanderer.
„Normalerweise veröffentliche ich solche Dinge nicht gerne, aber wenn es sein muss, muss es sein“, erklärte Costa in seinem Post auf Facebook. Weiter schreibt er: „Nachdem wir diesem Herrn erklärt hatten, welchen Weg er nehmen muss, um hinunterzugehen, scheint er sich verlaufen zu haben. Um sich zu bedanken, kam er zur Hütte, war außer sich, beschädigte die Tür und beleidigte uns mit Schimpfwörtern. Eine Schande.“
Auch Giancarlo Lenatti, Hüttenwirt des „Rifugio Marco e Rosa“ in der Lombardei, beklagte Schäden durch nachlässige Bergsteiger, die die Schutzhütte unverschlossen gelassen hatten. Der Schnee hatte die Betten durchnässt, und Lenatti musste einen teuren Helikopterflug für 1500 Euro unternehmen, um die Schäden zu beheben.
FOCUS
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